Die Jungfrau von Orleans © beyond | Herwig Zens

Lotte de Beer Inszenierung

Lotte de Beer © David Payr

Die niederländische Opernregisseurin Lotte de Beer ist designierte Direktorin der Volksoper Wien und wird das Haus ab 1. September 2022 für fünf Jahre leiten.

Lotte de Beer, geboren 1981, studierte Regie an der Hogeschool voor de Kunsten Amsterdam. Bereits mit ihren ersten Inszenierungen – Benedict Weissers auf Kleist basierender „Penthesilea“ am Kameroperahuis Zwolle sowie Sinem Altans und Kerem Cans „Tango Türk“ an der Neuköllner Oper Berlin – sorgte sie für Aufsehen.

Peter Konwitschny holte Lotte de Beer an die Oper Leipzig, wo sie mit „Clara S.“ (Chatzopoulo) debütierte und u. a. „Das schlaue Füchslein“ (Janáček) und „Die arabische Prinzessin“ inszenierte.

Es folgten Einladungen zum Holland Festival und zur Münchener Biennale.

Sie inszenierte in weiterer Folge Opern in ganz Europa u. a. Humperdincks „Hänsel und Gretel“, Robin de Raaffs „Miss Monroe“ und Rossinis „Il barbiere di Siviglia“ an der Nationale Opera Amsterdam, Henzes „Boulevard Solitude“ am Kongelige Teater in Kopenhagen, Mozarts „Così fan tutte“ am Staatstheater Braunschweig, Massenets „Manon“ an der Opera Zuid, Puccinis „La Bohème“ und „Traviata Remixed“ nach Verdi an der Wiener Kammeroper,

Georges Bizets „Les pêcheurs de perles“ und Tschaikowskis „Die Jungfrau von Orleans“ am Theater an der Wien, Puccinis „Il trittico“ an der Bayerischen Staatsoper, Bergs „Lulu“ an der Oper Leipzig, Tschaikowskis „Eugen Onegin“ in Bielefeld, Dvořáks „Rusalka“ und Bizets „Carmen“ am Aalto-Theater Essen, Wagners „Der fliegende Holländer“ und Verdis „Falstaff“ an der Malmö Opera, Jommellis „Didone abbandonata“ am Theater Basel, Verdis „Don Carlos“ an der Staatsoper Stuttgart, Händels „Alcina“ an der Deutschen Oper am Rhein und

Rossinis „Mosé in Egitto“ bei den Bregenzer Festspielen.

Produktionen der jüngsten Zeit waren u. a. Verdis "Aida" an der Opéra National in Paris im Februar 2021 und „Le Nozze di Figaro“ beim internationalen Festival d’Aix-en-Provence im Sommer 2021. Mit ihrer Inszenierung von „Jenůfa“ kehrt sie im Februar 2022 an das Theater an der Wien zurück.

Zusammen mit dem Dirigenten Steven Sloane gründete Lotte de Beer die Amsterdamer Kompanie Operafront, deren Künstlerische Leiterin sie war. Ziel der Kompanie Operafront ist es, eine neue Generation von Besuchern für die Gattung Oper zu begeistern.

Ihre Produktionen mit Operafront beinhalten „Moonstruck Intoxication“ (ein Triptychon mit Werken von Henze, Schönberg und Maxwell Davies) und „Caliban“ (Uraufführung, basierend auf Shakespeare, mit der Musik von Moritz Eggert).

2015 wurde de Beer in der Kategorie Newcomer bei den International Opera Awards ausgezeichnet, 2018 erhielt sie den Distinguished Artist Award der International Society for the Performing Arts (ISPA), 2020 war sie bei den International Opera Awards in der Kategorie Best Director nominiert.