Christophe Rousset © Éric Larrayadieu

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Antonio Salieri war Italiener, aber auch Wahlwiener – 1766 wurde der 16-jährige Bursche von Florian Leopold Gassmann in die Kaiserstadt eingeladen und prägte diese bis zu seinem Tod 1825 als Musiker und Opernkomponist, als Lehrer zahlreicher Schülerinnen und Schüler und als engagierter Vertreter der musikalischen Ausbildungsförderung wie kein zweiter. Obwohl Wien de facto sein ständiger Wohnsitz war, brachte Salieri – der Gerüchten zufolge bis zu seinem Tod nur spärlich Deutsch sprach – auch Opern in anderen Städten heraus, wie beispielsweise in Venedig oder Neapel. Der hauptsächliche Grund dafür war die Einführung des „Teutschen Nationalsingspiels“ durch die josefinische Theaterreform, kurz: Die Oper in Wien durfte zunächst nur noch auf Deutsch bespielt werden. Obwohl ab 1783 die italienische Oper in Wien wieder erwünscht war, wandte er sich 1784 für eine Gemeinschaftsproduktion von ihm und seinem Freund und Förderer Christoph Willibald Gluck nach Paris. Die Tragédie lyrique Les Danaïdes wurde ein großer Erfolg, der auch nach der Bekanntgabe Glucks, Salieri sei der alleinige Verfasser der Partitur, anhielt. Seine zweite Produktion in Frankreich, Les Horaces (1786), geriet zum Desaster. Mit Tarare (1787) auf ein Libretto von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais konnte Salieri an seinen ersten Pariser Erfolg anknüpfen, von Juni 1787 bis Februar 1788 wurde die Oper über 30 Mal gegeben. Ausgangspunkt der Handlung ist die wilde und hemmungslose Leidenschaft des Königs Atar. Dieser begehrt die schöne Astasie, die Ehefrau des braven Soldaten Tarare. Atar lässt sie rauben und zwingt sie, in seinem Harem unter dem Namen Irza zu leben. Tarare wendet sich in seiner Verzweiflung ausgerechnet an den König… Mordkomplotte, Verwechslungen und Intrigen – mit der einen oder anderen witzig-buffonesken Einlage – nehmen ihren Lauf, bis der grausame Despot schließlich vom tapferen und unerschrockenen Tarare abgelöst wird. Nachdem Christophe Rousset mit seinem  Ensemble Les Talens Lyriques im November 2013 Les Danaïdes und im Oktober 2016 Les Horaces konzertant präsentierte, vervollständigt er mit dieser Produktion den Aufführungszyklus der drei französischen Opern Salieris.