Saul 20/21 © Monika rittershaus

Streaming auf fidelio

Seit 8. Mai ist die im Apirl 2021 aufgezeichnete Wiederaufhanme der Erfolgsproduktion von 2018 Saul in der szenischen Fassung von Claus Guth, u.a. mit Florian Boesch in der Titelpartie und dem Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Christopher Moulds auf der digitalen Klassikplattform fidelio zu erleben sein.

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Vorstellungen abgesagt

Aufgrund der aktuellen COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung sind alle Kulturveranstaltungen bis auf Weiteres untersagt. Die Wiederaufnahme der Erfolgsproduktion von Saul, die von 16. bis 27. April geplant war, müssen wir leider absagen. KarteninhaberInnen werden direkt von unserem Kartenbüro kontaktiert.

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Oratorium in drei Akten (1739)

Musik von Georg Friedrich Händel

Libretto von Charles Jennens

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Wiederaufnahme der Theater an der Wien-Produktion von 2018

Premiere: Freitag, 16. April 2021, 19:00 Uhr

Aufführungen: 18. / 20. / 23. / 25. / 27. April 2021, 19:00 Uhr

Einführungsmatinee: 11. April 2021, 11:00 Uhr

Handlung

Saul ist der von Gott erwählte und vom Volk verehrte König von Israel. Nachdem David in der Schlacht gegen die Philister Goliath getötet hat und siegreich heimkehren konnte, wird er Saul und seiner Familie vorgestellt. Alle sind geblendet von der Strahlkraft des jungen Helden. Sauls Sohn Jonathan bietet ihm sofort seine innige Freundschaft an, und Saul selbst möchte ihn mit seiner Tochter Merab  verheiraten. Diese äußert sich aber abfällig über David und bemängelt seine niedere Geburt. Das Volk Israel preist derweil seinen beliebten König Saul, aber auch den neuen Helden David. In Sauls Ohren klingt ein einziger Satz nach: „Saul, wohl Tausend schlug dein Schwert, David schlug Zehntausend gar.“ Diese Zurücksetzung verletzt Saul tief, und er verfällt dem Wahn. David soll mit der Kraft seiner Harfe  heilend auf ihn einwirken, es gelingt ihm nicht. Saul versucht, David mit dem Speer zu töten. Doch David entkommt. Saul gibt schließlich seinem Sohn Jonathan den  Befehl, David zu ermorden. Dieser widersetzt sich. Saul entwickelt einen neuen Plan: Statt mit seiner älteren Tochter Merab, will er nun David mit seinerjüngeren Tochter Michal vermählen – die jungen Leute sind einander auch zugetan. Weiters will er ihn in die Schlacht gegen die Philister  und damit in den (vermeintlich) sicheren Tod schicken. Der Plan misslingt, David kehrt siegreich an den Hof zurück, und Saul schleudert erneut einen Speer gegen ihn. Michal verhilft David zur Flucht. Saul lässt nach ihm suchen. Obwohl Merab anfänglich missgünstig gegenüber David war, ist sie ihm mittlerweile völlig verfallen. Saul – immer wahnhafter – beschließt abermals Davids Tod. Vollkommen außer sich verübt er einen Anschlag auf seinen eigenen  Sohn. Er fühlt sich von Gott und von der Welt verlassen – in diesem Moment  erscheint ihm die Hexe von Endor. Von ihr erhofft er sich Rat: Die Begegnung mit der Hexe konfrontiert ihn mit der Zukunft und damit mit seinem Tod. Undtatsächlich wird  bald der Tod des Königs und seines Sohnes Jonathan verkündet – beide sind in der Schlacht gegen die Philister gefallen. Ein großer Klagegesang hebt an. Merab und  Michal trauern um ihren Bruder und den geliebten Vater. David wird zum neuen König ernannt.

Zum Werk

Georg Friedrich Händel hatte seit seinem Sensationserfolg Rinaldo im Jahr 1711 das Londoner Musikleben mit seinen Opern italienischen Zuschnitts dominiert – und ging, nebenbei bemerkt, zweimal pleite. Aber von Anfang an gab es Kritiker, die Opern in englischer Sprache forderten. Ende der 1730er Jahre wollten die Londoner keine  italienische Oper mehr sehen. Der Komponist suchte nun nach Möglichkeiten, sein Publikum erneut zu fesseln und experimentierte ausführlicher mit dem englischsprachigen Oratorium. Mit Saul begann 1739 seine neue Karriere. Oratorien in englischer Sprache hatten gleich mehrere Vorteile für Händel: Er befriedigte die Gegner der italienischen Oper, er sparte sich die hohen Gagen der italienischen Star-Sängerinnen und -Sänger, und er musste keine Kosten für aufwändige und teure Dekorationen und Kostüme einplanen. Möglicherweise um den Mangel an Optischem wett zu machen, instrumentierte Händel seinen Saul äußerst reich und originell: Zunächst nutzte er Instrumente, von denen man damals glaubte, dass sie zu Davids Zeit (1000 v. Chr.) schon verwendet wurden, wie zum Beispiel Posaunen oder viel Schlagwerk. Dazu kam auch eine Harfe, die David im Stück vorgibt, indem er damit Saul beruhigt sowie ein Carillon, ein über eine Tastatur zu spielendes Glockenspiel, das im Verlauf des Oratoriums prägnant Sauls Wahn verklanglicht. Außerdem weist Saul in seiner Anlage noch große Nähe zur Oper auf, denn statt – wie in einem  herkömmlichen Oratorium – mit einem Erzähler ausgestattet, sprechen hier die Figuren mit- und übereinander. Diese dramatischen Elemente prädestinieren Saul  geradezu, ihn nicht konzertant, wie traditionell ein Oratorium, auf die Bühne zu bringen, sondern szenisch zu denken. Dieser Herausforderung stellte sich in der  Spielzeit 2017/18 der Regisseur Claus Guth mit seinem Ausstatter Christian Schmidt. Gemeinsam schufen sie eine hoch akklamierte Produktion, die viele  Assoziationsräume bietet und – wie von Händel vorgesehen – sich voll auf die  Titelfigur einlässt. Die Titelpartie des verzweifelten Königs Saul, der seine Macht langsam schwinden sieht, übernimmt – wie 2018 schon – unser Artist in residence Florian Boesch.

Besetzung

Musikalische Leitung

Christopher Moulds

Biografie
Inszenierung

Claus Guth

Biografie
Ausstattung

Christian Schmidt

Biografie
Choreographie

Ramses Sigl

Biografie
Video

Arian Andiel

Biografie
Licht

Bernd Purkrabek

Biografie
Dramaturgie

Yvonne Gebauer

Biografie
Saul

Florian Boesch

Biografie
David

Jake Arditti

Biografie
Merab

Anna Prohaska

Biografie
Michal

Giulia Semenzato

Biografie
Jonathan

Rupert Charlesworth

Biografie
High Priest

David Webb

Biografie
Witch of Ender

Rafał Tomkiewicz

Biografie
Amalekite

Andrew Morstein

Biografie
Orchester

Freiburger Barockorchester

Biografie
Chor

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Biografie